Arena der Sensationen

Reviewed by Holger Gensel - 2008

 

Nach einem Jahr Pause präsentierte die Kölnarena, die jetzt Lanxess-Arena heißt, wieder ein bombastisches Programm, daß in Zusammenarbeit mit dem Circus Roncalli entstanden ist. So wurde aus „Circus meets Classic“ nun die „Arena der Sensationen“ wofür die Bühne von der Quer- auf die Längsseite gewandert ist und davor noch eine ovale Manege aufgebaut wurde.

 

Eröffnet wurde das Programm mit einem Beatles-Medley, gespielt von den Internationalen Symphonikern Deutschland unter der Leitung von Basil Coleman, verstärkt durch das Royal-Roncalli-Orchester unter Georg Pommer, der Unlimited Beatles Show sowie einem Chor. Artistisch eröffneten dann die sechs Herren und eine Dame der Truppe Bikers, auf ihren überdimensionalen Gummireifen, den Reigen u.a. mit Salti, sogar 2-fach rückwärts geprungen, Flick Flaks, Voltigen, Hand-auf-Hand und dem Seilspringen. Als Udo Lindenberg trat danach der Stimmenimitator und Entertainer Jörg Knör auf und erfüllte sich, dank des großen Orchesters, den Kindheitstraum, einmal den Titel „Satisfaction“ als Weihnachtslied zu singen. Ansonsten moderierte Jörg Knör hauptsächlich mit seiner eigenen Stimme. Schade eigentlich, daß er seine vielen Gäste, die er so draufhat, weitestgehend zu Hause gelassen hatte. Mit dem Trio White Crow und ihrem russischen Barren wurde eine weitere Sensation engagiert. Zum Abschluß gab es noch den gestandenen 4-fachen Salto zu sehen. Bereits bei der ersten Show in der Kölnarena 2005 waren sie die heimlichen Publikumslieblinge, die Flying Danish Superkids und so war es auch in diesem Jahr. Die Jungs und Mädels zeigten zuerst Salti und Schrauben, abgesprungen von einem Turm, auf ein Trampolin und während Christine Gogolin, der Engel mit der ellenlangen Schleppe, hoch oben auf dem Trapez eine Arie sang, präsentierten sich die Superkids als Akrobaten u.a. mit Kontorsion und

Hand-auf-Hand und versammelten sich zum Abschluß alle auf und um ein Podest, im Handstand. Mit einer Prise Humor garnierte Joja Wendt sein Spiel auf dem Konzertflügel u.a. mit dem Hummelflug, einem Boogie, bei dem sein Flügel schwankte und einer spanischen Weise. Hierzu turnten die Fliegenden Sachsen auf ihrem Mobile, u.a. mit Trapez, Netz, Ring und Bungeeseilen, das an der Arenadecke befestigt war. Mit den Flying Farfans ging es dann auch gleich in den Lüften weiter und so zelebrierte die Dame dieser Truppe, als Schmetterling, ihren Aufstieg zum fliegenden Trapez. Gezeigt wurde von ihr und den restlichen sechs männlichen Mitgliedern alle gängigen Tricks, vom Rückwärtssalto, dem

3-fachen Salto und der Passage, die hierbei etwas anders ausfiel, da zwei Fänger übereinander arbeiteten. Mit „Roll over Beethoven“ eröffnete das große Orchester inklusive Beatles-Show, den zweiten Teil des Programms, während die Fliegenden Sachsen mit je vier Bungee- und Tuchakrobaten und einer Dame am rotierenden Ring arbeiteten. Mit Alan Alegria am Washington-Trapez ging es weiter. Er präsentierte auf seiner dünnen Stange, hoch oben unter der Decke der Arena, u.a. das Hinknien, das Sitzen und Stehen auf einem Stuhl, sowie die Balance zu halten bei einem schaukelnden Trapez. Als Nikoläuse vollführten die Flying Danish Superkids dann eine Hula-Hoop-Show, bei der zum Schluß sehr wenige Mädchen unheimlich viele Reifen auffangen mußten. Danach gab Joja Wendt, mit Hilfe einer netten Dame aus dem Publikum, am Flügel, sein Schreibmaschinenlied zum Besten. Aus dem zu diesem Zeitpunkt noch laufenden Roncalli-Zeltprogramm wurde Encho Keryazov, mit seiner atemberaubenden Handstandequilibristik, beigesteuert. Als Verstärkung für die Wallendas, sechs Herren, zwei Damen sowie ein Kind, trat noch Joey Kelly, auf dem Hochseil auf. Er alleine zeigte u.a. den Felgenlauf, das Hinsetzen und den Rückwärtslauf. Die Wallendas präsentierten u.a. die Dreier-Pyramide zu Fahrrad und natürlich die legendäre

Siebner-Pyramide.

 

 

 

 

Die Flying Danish Superkids trieben Joja Wendt am Flügel zu immer schnellerem Spielen, wozu die quirligen Jungen und Mädchen immer schneller Salti, Schrauben und Flick Flaks, auf einer langen Matte, schlugen. Zum Abschluß kam nochmals die Solistin Christine Gogolin mit einem bekannten Weihnachtslied zum Zuge. Doch wo blieb die angekündigte Sensation, der fliegende Mensch? Das Luftkissen für die Landung wurde während des großen Finales aufgeblasen, wo der Moderator Jörg Knör nochmals alle Mitwirkenden namentlich vorstellte. Dann ein lauter Knall und Robin Valencia flog durch die Arena auf ihr Luftkissen. Tanzend verließen alle Artistinnen und Artisten die Manege und die zahlreich erschienenen Zuschauer gingen nach knapp drei Stunden Programm, inklusive Pause, zufrieden nach Hause.