Zirkus Charles Knie 2007

By Holger Gensel - Germany

 

Seit nunmehr zwei Monaten ist der neue Zirkus Charles Knie, unter der Direktion von Sascha Melnjak, auf Tournee. Gespielt wird im gelb/blauen Viermaster (38 Meter) mit dem einst der Circus Fumagalli seine einzige Reisesaison absolvierte und heute dem Circus Romanza gehört. Ebenso wurde das passende Vorzelt von dort angemietet. Zwischenzeitlich ist aber die dazugehörige Sitzeinrichtung gegen ein Gradin mit zehn Reihen Schalensitzen, aus dem Hause Alfredo Nock (CH), ausgetauscht worden. Ein Orchester sucht man leider vergebens, aber man kann ja im ersten Jahr nicht gleich alles haben.

 

Marek Jama eröffnet das Programm mit drei braunen und drei weißen Araberhengsten in einer ansehnlichen Freiheitsdressur mit u.a. Gesamtsteiger, Formationen, Walzing und einem Einzelsteiger. Die Begrüßung übernimmt der Bauchredner Kenneth Huesca mit seinem Krokodil „Luigi.“ Im weiteren Verlauf sehen wir Ihn nochmals, dann zusammen mit seinem Hund und wenn er Personen aus dem Publikum seine Stimme leiht.

 

Auf das Lied, daß er vor dem Finale singt, hätte man besser verzichtet. Auch Evelyn Marinov ist zweimal im Programm vertreten, zum Einen mit ihrer Hula-Hoop-Darbietung, die auch drei Feuerreifen beinhaltet und zum Anderen mit ihrem Partner auf dem Schleuderbrett, indem sie Schrauben und Salti zeigt u.a. zum Abschluß den Zweifachen in die Arme des Partners.

 

 Anthony Wandruschka ist immer für einen Spaß zu haben und so erklärt er während seiner Jonglagearbeit mit bis zu sieben Bällen oder fünf Leuchtbällen und bei drei Keulen dem Publikum die verschiedenen Stufen des Applauses. Aber auch am schwingenden Trapez glänzt Anthony u.a. mit dem Fersenhang. Er will aber noch höher hinaus. In 12 Meter Höhe, unter der Circuskuppel, ist eine Plattform angebracht, vor der ein Trapez schaukelt. Diese verfehlt er aber und so stürzt er in die Tiefe, gesichert nur durch Gummiseile an den Füßen. Toller Gag, der dem Publikum zuerst einmal den Atem stocken läßt.

 

Einem Engagement von Alex Lacey mit seiner wunderschönen, gemischten Raubtiergruppe u.a. mit Pyramide, Hochsitzer, Sprüngen und dem Rachentrick mit dem Löwen „Massai“ führt auch immer gleichzeitig zum Auftritt seiner Frau Elaine Courtney am Schwungseil, hoch über dem Artisteneingang, mit einem Abfaller am Abschluß.

 

 Vom Circus Barum ist Sandro Montez zum Zirkus Charles Knie gewechselt und auch hier führt er die Tiere vor. So die zwei Zebras, die zwei Kamele umrunden oder den Emu und das Känguruh, die über Hürden springen. Aber auch sechs Lamas laufen perfekt unter seiner Führung mit Formationen und Walzing. Auch ein Pony läuft zwischen den Tieren hindurch. Die zwei jungen Seelöwen hingegen müssen noch viel lernen, beherrschen aber schon, unter Sandros Führung, das Bälle jonglieren und das Fußball spielen. Aber auch mit den drei betagten Elefantendamen von Corty Althoff kommt Sandro Montez gut zurecht, so wird das Abliegen, das Walzing auf dem Podest und der Bauchtanz einer der Damen gezeigt. Maria Eleky hat nicht nur die Pressearbeit im Zirkus Charles Knie übernommen, sie ist auch mit ihren Antipoden in der Manege zu sehen u.a. mit Rad und Rollen und dies auch im Kopfstand.

 

 Als Ersatz für den Ersatz des MG-Teams ist die Truppe Gibadulin zur Zeit im Programm. Die Familie zeigt eine gekonnte Gruppenjonglage mit Keulen und das Werfen bzw. Auffangen von Tellern. Als Spaßmacher wurde der Mexikaner Versace engagiert, aber mehr als ein müdes Lächeln zaubert er den Zuschauern nicht ins Gesicht, denn seine Reprisen sind allesamt bekannt und zu langatmig. 2004 war Versace im schwedischen Cirkus Maximum zu sehen. Mit dem großen Finale, bei dem nochmals alle Artisten namentlich vorgestellt werden und noch kleine Zugaben geben, endet das erste Saisonprogramm des neuen Zirkus Charles Knie.

 

 

Mehr Informationen über den Zirkus Charles Knie unter www.Zirkus-Charles-Knie.de