Flic Flac 2007

Reviewed by Holger Gensel - Germany 

 

No Limits, so der Titel der neusten Produktion von Flic Flac. Ob es sich hierbei um Circus mit Stuntshow-Einlagen oder um eine Stuntshow mit artistischen Einlagen handelt, daß muß jeder für sich selbst entscheiden.

 

Gespielt wird in einem 8-Master von 100 Meter Länge und 46 Meter Breite, in den Hausfarben schwarz/gelb. Im Inneren sind auf den Längsseiten zwischen den Mittelmasten je eine steil ansteigende Tribüne mit 14 Reihen Stühlen von ca. 40 Metern aufgebaut, während sich dazwischen die Aktionsfläche, hier Straße genannt, befindet. Unter den Tribünen befinden sich wieder die Restaurationen und die Souvenirshops. Der Rest des Chapiteaus wird hauptsächlich für das Material bzw. die Technik genutzt.

 

Inspiriert wurde Benno Kastein durch den Film Mad Max, diese neue Show zu entwickeln. Leider kommt die Musik nicht mehr live von der hauseigenen Rockband sondern aus der Konserve, hauptsächlich von der Gruppe Rammstein.

Hubertus Wawra, der schon in einem früheren Programm bei Flic Flac mit Feuer zu tun hatte, ist wieder dabei und nennt sich jetzt „Master of hellfire.“ Mit seinem sächsischem Dialekt sorgt er gleich zu Beginn der Show für einen Lacher, wenn er die Sicherheitshinweise verkündet.

 

 Tatjana Kastein läuft im Nachthemd, mit Teddy in der Hand, von einer Seite der Aktionsfläche zur Anderen, eine brennende Person kreuzt ihren Weg, ein Motorradfahrer rast über die Fläche und ein großes, brennendes Herz wird per Teleskopstapler von einer zur anderen Seite gefahren. Mittlerweile haben sich alle Artisten auf der Aktionsfläche versammelt und Feuersäulen schießen aus dem Boden. Hula-Hoop am Boden und am Vertikalseil präsentiert Salima Peippo. Zum Abschluß ihrer Darbietung läßt sie einen brennenden Reifen am Seil emporklettern, bevor sie sich daran hängt um dann im Schiebedach eines Pkws zu landen und so die Fläche zu verlassen. Ein namenloser Jongleur zeigt nun sein Können mit bis zu sieben Keulen, während danach ein Motorrad mit darunter befestigtem Trapez, auf dem ein Artist sitzt, ein Schrägseil hinauffährt und wieder herunterrollt.

 

Larissa Kastein zeigt ihre sehenswerte Handstandequilibristik in einem Art Becken, weil drei Herren sie ständig mit Wasser aus bereitgestellten Eimern übergießen. Wieder fährt das Motorrad das Schrägseil empor, während der Artist dieses Mal im Fersenhang am Trapez hängt. Bartok der Klischnigger ist ein Überbleibsel der letzten Produktion und kämpft wieder mit dem Kleiderbügel, bevor er sich durch diesen zwängt. Dann wird er wahrlich von dem Pkw „auf die Hörner genommen“ und auf der Motorhaube liegend, herausgefahren. Der Speed of Globe ist jetzt auf der Ballastpritsche einer Sattelzugmaschine, die mit Tarnnetzen abgedeckt und vielen Lampen verziert ist, befestigt. Die Kugel befahren an diesem Abend sechs Fahrer mit ihren Maschinen. Vom Kabinendach aus startet Vitali Jouravel an Bungeeseilen seine Darbietung. Jedes Mal wenn er die Fläche antippt, steigen Feuersäulen empor. Auch er wird von dem Pkw in den Backstagebereich gefahren. Das große, dreiteilige Todesrad ist jetzt auf einem Gestell montiert, so daß es von zwei Staplern hereingefahren werden muß, bevor fünf Herren, vor der Pause, darauf agieren können. Auch das Gestell für die Hochseiltruppe befindet sich auf einem Sattelzugauflieger und muß zuerst auf die Aktionsfläche gefahren werden, bevor es ausgeklappt werden kann.

 

 So arbeiten die Camadis in ca. 12 Meter Höhe ihr bekanntes Programm ab, sowie zusätzlich die Dreierpyramide mit 2-Mann-hoch und als Krönung die Siebenerpyramide. Da der Circus Universal Renz zur Zeit Sommerpause macht, arbeitet das Trio Bokafi mit ihrer Schleuderbrettdarbietung jetzt bei Flic Flac. Die Dame zeigt verschiedene Sprünge und Salti incl. dem 3-fachen, gefangen von ihren beiden Partnern.

 

 

 

MiroslavToskar ist die menschliche Kanonenkugel. Doch bevor er im Netz auf der anderen Seite der Aktionsfläche landen kann, explodiert zuerst der Computer des Abschußgeräts, das schon wie ein Panzer aussieht. Mit der Tücke eines Rohres kämpft nochmals Bartok, bevor er sich durch dieses zwängt. Der schon mehrfach erwähnte Pkw, ein BMW älteren Baujahrs wird gesteuert von Marcel Lemoine, der das Fahrzeug in einer kleinen Stuntshow zeigt. Aber viel besser ist die Vorführung mit dem Bobcat (Minibagger), der aussieht wie ein Hase, geschmückt mit Ohren, Stummelschwänzchen und Zähnen in der Schaufel.

 

 Danach präsentieren Sezgin Ahmedo und Mehmed Mehmedov, in einem überdimensionalen Bett, eine ansehnliche Hand-auf-Hand-Nummer. Während sich der Mittelteil der Aktionsfläche so langsam in ein Wasserbassin verwandelt, benutzt Edita Chaploupka ein Netz, daß hoch oben in der Circuskuppel befestigt ist, für ihre Akrobatik. Auch Tatjana Kastein zeigt ihre sehenswerten Handstandkünste. Sie aber auf einer Rampe am Rande des Beckens. Welche der beiden Schwestern die Bessere ist, ist schwer zu sagen, denn beide haben ihren eigenen Stil.

 

 Zum Abschluß präsentieren die drei Mad Flyers noch spektakuläre Sprünge mit ihren Motorrädern über das Wasserbecken. Auch Pyrotechnik kommt hier zum Einsatz. Beim großen Finale planschen alle Artisten ausgelassen im Wasserbecken, während es von oben regnet.

 

P.S. Bedingt durch kleinere Verletzungen oder anderweitige Verpflichtungen kann das Programm schon heute wieder anders aussehen, als das hier beschriebene.

 

 

Mehr Informationen zu Flic Flac unter www.flicflac.de               

 

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