Zirkus Probst (Ost) 2007

Reviewed by Holger Gensel (Germany)

 

In Mühlhausen (Thüringen) hatte der Zirkus Probst zum ersten Mal sein neues Chapiteau von der Firma Canobbio aufgebaut. Das Gradin, bestehend aus Schalensitzen in den vorderen Reihen und Holzbänken mit Rückenlehnen im hinteren Bereich, wurde vom älteren Zelt übernommen.

 

Eröffnet wird das diesjährige Programm, daß sich zum Letztjährigen nur wenig verändert hat, von Marko Morling und seiner Partnerin Regina Wohlfahrt. Die beiden führen, teils abwechselnd, gekonnt durch das Programm. Mit einer großen Pony- und Pferderevue, vorgeführt von Mercedes Probst und ihren Töchtern Jessika und Alexandra, geht es dann auch gleich richtig los. Alexandra überspringt, gleich zu Anfang, auf ihrem Andalusier reitend, Barrieren, die aus zwei Ponys bestehen. Weiter geht es mit acht braunen Ponys die über Hürden springen und einen Gesamtsteiger zeigen, sowie eines steigenden Pferdes. Sieben schwarze und weiße Ponys zeigen eine Polonäse und Groß (beritten) und Klein präsentiert Alexandra. Die ganze Ponyrasselbande, immerhin 20 Stück verschiedener Couleur, marschieren über den Manegenkasten und springen über Hürden. Dagegen zeigen vier Leschwitzschecken zwischen den Hürden, die sie übersprungen haben, wie sie steigen können.

 

 Die Truppe Aliev ist zweimal im Laufe dieses Programms zu sehen, zum Einen zeigen drei Herren und eine Dame Salti und Schrauben auf dem russischen Barren. Abschluß ist der 2-fache Salto mit brennenden Keulen in der Hand. Im zweiten Teil erleben wir dann die ganze Truppe, drei Damen und fünf Herren, mit ihrer Schleuderbrettdarbietung zu fetziger Rock’n’Roll-Musik und dies bis zu 2-Mann-hoch und mit dem 3-fachen Salto.

 

 Aber auch Rüdiger Probst ist zweimal im Programm vertreten. Nach der Pause eröffnet er den zweiten Teil mit seiner großen sibirischen Tigergruppe, bestehend aus neun Tieren, u.a. mit der Pyramide, Sprüngen, auch durch den Reifen, Balkenlauf, Tigerbarre, Hochsitzer und dem Ritt auf einem Tiger.

 

 Im ersten Teil hingegen präsentiert er ein großes Exotenpotpourri mit sechs Lamas in einer Freiheitsdressur, zwei Elanantilopen, die zuerst über Hürden springen und sich dann zusammen mit zwei Kamelen, auf Podesten, von einem Zebra umrunden lassen. Sechs berittene Kamele bilden dann Formationen, werden liegend von einem Lama übersprungen und marschieren gemeinsam mit den Lamas vom Beginn dieser Nummer.

 

 Wenn ich schon bei der Aufzählung der Tiernummern bin, darf das spanische Schaubild mit Flamenco-tänzerinnen,  Castanietten und sechs berittenen, andalusischen Hengsten, die u.a. die Flechte zeigen und sich als Steiger beweisen, nicht fehlen. Aber auch die moderne Version von Hänsel und Gretel (Alexandra und Benjamin) sei zu erwähnen. Die zwei präsentieren zwei Esel und acht Ziegen mit kleinen Kunststücken u.a. der Pyramide, mit Sprüngen und dem Balkenlauf.

 

Als böse Hexe fungiert Mercedes Probst. Sie läßt ein Wildschwein einen Teppich ausrollen, sechs Hängebauchschweine über den Manegenkasten laufen, wippen und eine Schweinebarre bilden. Zwölf Laufenten, die in einem kleinen Probstwagen in die Manege kommen, werden fein säuberlich nach Farben getrennt.

 

 Mit Benjamin Bertolini betritt ein neues Gesicht die Manege des Zirkus Probst. Der junge Absolvent der staatlichen Artistenschule in Berlin jongliert facettenreich mit bis zu sieben Ringen und mit bis zu fünf Keulen. Dabei wird auch seine Partnerin mit in die Darbietung integriert.

 

 Vor einigen Jahren konnte man Jessika (Bleßmann) noch auf dem Schlappseil erleben. Nach der Babypause widmet sie sich dieses Jahr der Arbeit am Vertikaltuch u.a. mit Abfaller und Propeller, die sie als Schmetterling beginnt.

 

 Mit neuen Reprisen überrascht das Comicer duo Gin Tonic u.a. mit der dressierten Fliege oder dem Handstand über dem Wasserbottich, bei dem es gleich feuchtfröhlich mit dem Zaubereimer weitergeht. Aber auch Bewährtes zeigen die Beiden, z.B. ihre Nummer mit den Pferden und gleich zu Beginn die Flaschenbalance. Zum großen Finale tanzen alle Mitwirkenden in der Manege Rock’n’Roll. Unerwähnt bleiben darf auch nicht das

 

6-Mann-Orchester aus der Ukraine, die das ganze Programm perfekt begleiten.

 

Mehr Informationen zum Zirkus Probst unter www.zirkusprobst.com