Mongolischer Staatscircus 2007

 Reviewed by Holger Gensel (Germany)

Als großer mongolischer Staatscircus mit vielen Tieren wird der Circus Fliegenpilz, der hier eine Kooperation mit Sunbeam-Show-Concept Ltd. eingegangen ist, in der Werbung herausgestellt. Doch was ist aus dem einstigen Glanz dieses Unternehmens geworden? Nur das nötigste Material wurde mitgenommen und selbst das macht keinen guten Eindruck. Gespielt wird in dem kleinen, vom Sommer 2006 in Frankfurt/M. her bekannten 4-Master mit zwei Reihen Logenstühlen und acht Reihen Schalensitzen im Inneren. Auch das 6-Mann-Orchester sitzt links neben dem Artisteneingang im Gradin, weil sonst kein anderer Platz für die Musiker vorhanden ist.

 

Eröffnet wird das Programm von der mongolischen Truppe, bestehend aus zwei Damen und sechs Herren, mit einem Tanz als Medizinmänner, der dann in Handvoltigen gipfelt und dies bis zu 2-Mann hoch. Als Höhepunkt ist wohl der Handstand zu 2-Mann hoch und die Passage der beiden Damen anzusehen. Fünf Thüringer Kaltblüter werden dann von Beatrix Hölscher vorgeführt, u.a. mit Formationen, Gegeneinanderlauf und Walzing. Neue, ungeahnte Variationen zeigt die junge mongolische Artistin am Luftring, der hier nicht wie sonst üblich senkrecht sondern mit drei Bändern waagerecht in der Circuskuppel befestigt ist. Die Freiheit aus zwölf (Turopolier-) Schweinen wird diese Jahr von Steffi vorgeführt. Ihre Taubenrevue mit Leiter, Rolle, Wippe und Karussell zeigt Beatrix Hölscher nicht mehr im Boot, sondern jetzt in der Manege, während sich ihr Sohn Sven noch vor der Pause mit einer komischen Trampolinnummer präsentiert. Eine beachtliche Fakirshow zeigt der Mongole Bachur u.a. mit Feuerschlucken und –spucken, dem Nagelbrett und dem Sprung in Glasscherben mit zwei Personen auf seinen Schultern. Nicht fehlen darf das Wappentier des Circus Fliegenpilz, Elsbeth das Zwergflusspferd, das gemütlich zwei Runden, unter Führung von Beatrix Hölscher, durch die Manege laufen darf. Auch Sven Hölscher muß noch einmal rann und beweist sich als gekonnter Faßspringer. Unter die Circuskuppel geht es nochmals mit einer Dame und einem Herren der mongolischen Truppe, wenn sie ihre sinnliche Akrobatik am Vertikalring zeigen. Spielerisch hingegen meistern die zwei Seelöwen von Beatrix Hölscher ihr Programm u.a. mit Balljonglage, Ringe fangen und dem Flossenstand. Zum Abschluß vor dem großen Finale, nochmals die gesamte mongolische Truppe vereint beim variantenreichen Seilspringen und dies teilweise bis zu 3-Mann hoch. Für Kurzweile und ein Lächeln sorgt die Familie Barock zwischen den einzelnen Nummern. Mal versucht sich der Vater als Kraftjongleur, mal persiflieren Mann und Frau eine Hula-Hoop-Nummer oder sie agieren mit der Peitsche oder der Vater und der kleine Steppke zeigen eine amüsante Tanzparodie mit Hutwurfeinlage.

 

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich betonen, daß die gesehene Vorstellung noch nicht die endgültige Fassung ist, da der Exotenzug aus Kamelen und Rindern noch nicht gearbeitet hat und drei Mädels wegen Visaproblemen noch nicht eingetroffen waren, die dann noch eine Kautschuk- und eine Hula-Hoop-Nummer sowie ein Pas de Deux zeigen sollen.

 

 

Mehr Informationen zum mongolischen Staatscircus unter www.mongolischerstaatscircus.de 

 

 

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Unbestätigte Gerüchte besagen, daß die Agentur ihre mongolischen Artisten abgezogen hat und somit der Circus Fliegenpilz unter seinem eigenen Namen weiterreist.