Circus Roncalli 2007

 

Mit einem leicht veränderten Programm, gegenüber 2006, gastierte der Circus Roncalli, auf Einladung der Stadt, zum ersten Mal in Luxemburg.

 

Traditionell beginnt das Erlebnis Roncalli bereits am Einlaß, wenn das 8-Mann-Orchester unter der Leitung von Georg Pommer aufspielt, es Konfetti regnet und die Artisten Bonbons reichen und Herzchen auf die Wangen malen. Auch David Larible, der Schwager von Direktor Bernhard Paul, ist schon als komischer Requisiteur in der Manege tätig. Mit dem katalanischen Theaterclown Gensi, ein Überbleibsel der Truppe Monti & Cie aus dem Jahr 2005 und seiner singenden Säge wird das diesjährige Programm eröffnet, bis bekannt wird, daß der Clown erkrankt ist. Fieberhaft wird im Publikum ein Ersatz gesucht, bis die Wahl auf den unscheinbaren Requisiteur fällt. Seine Artistenkollegen bringen ihm Schminkutensilien und sein Kostüm und ruck-zuck wird aus ihm der Starclown David Larible. Es folgt die Begrüßung durch den Manegensprecher, Patrick Philadelphia, während die Pferde, mit edel bestickten Decken, die die Namen der letzten Programme tragen, eine Runde in der Manege drehen.

 

Clown Gensi hingegen versucht danach seine zwei Stoffpferde in dem großen Rund zu präsentieren, was aber kläglich mißlingt. Nur der Sprung durch den Reifen klappt. Von Gino Edwards kommen dieses Jahr wieder die sechs weißen Araberhengste, die Sarah Houck vorführt. Die Tiere arbeiten mittlerweile bedeutend besser als 2005. Mit dem Steiger eines Ponys, als Zugabe, endet diese Darbietung. Mit einem Wasserfontainenentree erobert David Larible, im Zusammenspiel mit seinem Sohn, sofort die Herzen der Zuschauer, bevor die russischen Zwillinge Maryna und Svetlana synchron bis zu vier Tücher rotieren lassen. Zusammen lassen die beiden Antipodistinnen dann noch sechs Tücher kreisen. Als Schmetterlinge präsentieren sich Gensi und David Larible, während sie auf der Geige und Konzertina spielen und das junge Orangenmädchen Ludmilla bis zu sieben Orangen jongliert. Hoch unter die Circuskuppel geht es dann mit den Sorellas. Am Trapez zeigen die Zwei ihre wirklich sehenswerte und starke Darbietung. Amüsant wird es dann mit Victor Minasov, wenn er in seinen riesigen Ballon schlüpft und so manchen Schabernack treibt.

 

Ganz ohne die Zügel zu benutzen reitet Yuri die hohe Schule, während seine Partnerin Ludmilla sich als feurige Flamencotänzerin präsentiert. Vor der Pause hat nochmals David Larible einen großen Auftritt. Er formt aus sechs Personen aus dem Publikum ein Orchester und ist dabei selbst der Dirigent. Bei diesem Spaß bleibt garantiert kein Auge trocken. Den zweiten Teil eröffnen die jungen Damen vom Trio Bellisimo, wenn sie mit Grazie und Anmut aus ihre Equilibristikarbeit immer wieder neue Skulpturen formen. Alle Drei sind Mitglieder des Circus-Ensembles Bingo aus Kiew. Mit Pfingerpfeifen unterhält dann Clown Gensi das Publikum bevor dann das Duo Minasov im Sekundentakt ihre Kostüme wechselt. Dies inspiriert auch David Larible zu einer Parodie, doch steht er dann im Ballettröckchen da und leitet so seine lustige Tücherjonglage ein. Wie man mit Rhönradgymnastik locker, leicht und lässig abnehmen kann, zeigt Konstantin Mouraviev. Ein bißchen Augenzwinkerei ist natürlich dabei.

 

 Zu den Ausnahmeartisten gehört u.a. auch Picaso jun., wenn er bis zu sechs Tischtennisbälle nur mit dem Mund jongliert oder fünf Teller wie Boomerangs durch das Zelt fliegen läßt. Eine extravagante Modenschau schließt sich an, in denen fünf Kostüme von Maria Lucas, die auch alle Kostüme für Roncalli entwirft, gezeigt werden. Zu den Klängen aus der Oper „Aida“ wird bei David Larible, mit Hilfe von drei Personen aus dem Publikum eine komische Oper. Als Höhepunkt und Schlussnummer zelebriert Encho Keryazov seine Handstandequilibrilistik inklusive Klötzchenarbeit. Atemberaubend, wenn er einarmig auf seiner langen Stange unter die Circuskuppel befördert wird. Nicht umsonst hat er für seine Darbietung, dieses Jahr, einen silbernen Clown in Monte Carlo gewonnen. Mit dem großen Finale und zum Teil ständig Ovation geht das 31. Programm zu Ende. Nein nicht ganz, David Larible  schminkt sich noch ab und es wird wieder der Requisiteur aus ihm, während Clown Gensi dezent auf seiner Geige dazu spielt.

 

 

Leider wird Encho Keryazov  Mitte August vertragsgemäß aus dem Programm ausscheiden, um für ein Jahr in einem französischem Varieté aufzutreten, doch ein Ersatz ist bereits engagiert. Auch die Sorellas sind im September nicht dabei, da sie mit Freunden zusammen eine eigene Show, in Roncallis historischem Spiegelzelt, in Köln veranstalten werden.

Der Circus Roncalli ist jetzt in der zweiten Jahreshälfte noch in folgenden Städten zu sehen:

Hannover, Bielefeld, Frankfurt/Main und Bremen bevor es dann wieder zum Weihnachtscircus nach Berlin geht.

 

 

 

Mehr Informationen zum Circus Roncalli unter www.roncalli.de