Roncalli’s Weihnachtscircus 2007

By Holger Gensel - Germany

 

Einfühlsame Clownerie und starke Artistik, so kann man kurzum das diesjährige Weihnachts-programm des Circus Roncalli im Berliner Tempodrom beschreiben. Stargast ist natürlich der Clown Pic mit seinen Seifenblasen. Der sympathische Schweizer, der zuletzt 2001 und 2002 im Jubiläumsprogramm „25 Jahre Circus Roncalli“ zu sehen war, hat hier natürlich wieder mehrere Auftritte u.a. mit seinem Fotoapparat, mit verschiedenen Masken, indem er diverse Charaktere verkörpert, die die Rolltreppe einer U-Bahnstation heraufkommen und dabei ein Geldstück finden und der unerfüllten Liebe zu seiner Englischlehrerin aus dem multimedialen Sprachkurs. Wieder in Urbesetzung treten Les Frères Taquins auf, und zwar mit ihrer perfekt parodierten Kinozuschauerszene und natürlich mit „Mensch oder Puppe.“

 

Richtig erwachsen geworden, und jetzt mit Assistentin, ist Alan Sulc, der, während er zu irischer Musik auf seinem Postament steppt, noch mit bis zu neun Bällen federleicht jongliert.

 

Waghalsige Artistik am Haltestuhl hingegen präsentieren das Duo Mak und das u.a. auch mit vertauschten Rollen. Ebenso atemberaubend ist die Perchnummer der sechs Herren der Truppe Kheylafov, die nicht umsonst an das Ende des Programms gestellt wurde. Zu sehen gibt es u.a. den Sprung von einer zur anderen Schulterperch, den Handstand auf einer Schulterperch und den Kopfstand auf einer Stirnperch, während sich der Träger auf dem russischen Barren noch um die eigene Achse windet. Im ersten Teil ist noch ein Truppenmitglied zu sehen, der eine Kombination aus Strapaten und römischen Ringen, incl. dem Traum vom Fliegen, zeigt.

 

 Nach vielen Jahren Abstinenz sind auch mal wieder die zwei Damen und drei Herren der Gruppe Zebras mit ihren Handvoltigen im roten Ring zu bewundern. Ein Raunen geht durch die Halle, wenn eine Dame der Truppe als menschliches Springseil benutzt wird. Aus dem Sommerprogramm des Circus Roncalli wurde das

 

Trio Bellisimo mit ihrer Kombination aus Equilibristik und Kontorsionistik und das

Duo Minasov mit Quickchange, also dem schnellen Kleiderwechsel übernommen, sowie Victor Minasov mit seinem Ballon. Den tierischen Teil übernehmen Karl-Ferdinand Trunck’s Ponys, wobei zuerst drei Tiere eine Flechte zeigen und dann alle Acht eine Freiheit mit Walzing, Formationen und dem Lauf auf dem Manegenkasten. Krönender Abschluß sind aber die Ponys, die sich in den Stuhl setzen, aufs Bett legen oder auf einer Wippe wippen.

 

 Die hohe Schule wird präsentiert von José Estanilo & Patricia Romera Alvarez. Zuerst tanzt sie um das von ihrem Partner geritten Pferd, bevor sie sich selbst noch auf ihren weißen Andalusierhengst begibt und die beiden gemeinsam ihre Programmfolge reiten.

 

Nicht unerwähnt bleiben soll auch das 8-Mann starke Roncalli-Orchester, daß dieses mal wieder auf der Hubbühne spielt, die aber nur einmal zum Einsatz kommt, Patrick Philadelphia als Manegensprecher und Tagesregisseur und „Nachwuchs“- Clown Peter, einem Art Fumagalliverschnitt, der bereits das zweite Jahr dabei ist. Mit dem obligatorischen Walzer beginnt dann das große Finale und endet mit vielen kleinen Zugaben.

 

 

 

Mehr Informationen zum Circus Roncalli und deren weiteren Aktivitäten unter:

 

www.roncalli.de

 

 

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